Marderschutz: Die ideale Lösung

Marder sind eigentlich recht possierliche

Tierchen.

Die kleine, pelzige Art taugt aber nicht zum Sympathieträger. Denn mit seinen scharfen Krallen und den spitzen. Zähnen ruft das Raubtier trotz seiner geringen Größe alljährlich Millionenschäden hervor. Es nistet sich gerne in der menschlichen Gesellschaft ein, nutzt Garagen und Häuser als Unterschlupf. Hier nagt es alles an, was sich ihm in den Weg stellt. Vom Wärmeschutz des Gebäudes bis hin zu den wichtigen Kabeln des Autos ist so gut wie nichts vor ihm sicher. Grund genug, sich der Abwehr des Besuchers zu widmen, dem Marderschutz.

 

Ein ungebetener Gast stellt sich ein

Vielfach wird der Marder in der Nacht wahrgenommen. Dann also, wenn es eigentlich ruhig sein sollte. Doch irgendwo kratzt und beißt etwas, leise und tapsende Schritte sind wahrnehmbar, schmatzende Geräusche können auftreten. Häufig wird bei derartigen Erscheinungen zunächst von Mäusen oder Ratten ausgegangen, doch dürfte die Vermutung in den meisten Fällen falsch sein. Beide genannten Arten wären zu klein und zu leicht, um sich über mehrere Meter hinweg bemerkbar zu machen. Ein weiteres Anzeichen lässt sich zudem nutzen: Werden rund um das Haus Auffälligkeiten bemerkt, wurde die Mülltonne nach Essbarem durchwühlt, sind die Kabel des Autos angeknabbert oder befinden sich an den Scheiben sichtbare Spuren kleiner Pfoten, so deutet vieles auf den Marder hin. Er ist für Menschen an sich zwar ungefährlich, kann durch sein starkes Gebiss aber erhebliche Sachschäden hervorrufen.

Das Beißen als Reflex

Übrigens sind Marder nicht von Natur aus dazu veranlagt, alles in ihrer Umgebung anzunagen oder es regelrecht zu zerstören. Vielfach wird das Raubtier von den Hausbewohnern auch über Wochen oder sogar Monate hinweg gar nicht wahrgenommen – es verhält sich sehr ruhig, jagt bevorzugt nachts, meidet die Konfrontation mit Menschen sowie größeren Tieren und nistet sich irgendwo in einer warmen Ecke des Dachbodens, des Kellers oder der Garage ein. Etwas anderes gilt jedoch, wenn sich der Nager in seinem Territorium bedroht fühlt. Die Gründe dafür fallen vielschichtig aus. Vielleicht sind die Anwohner ihm auf die Schliche gekommen, eventuell versucht aber lediglich ein Artgenosse, ihm das Revier streitig zu machen. In solchen Situationen kann der Marder nahezu blindwütig alles anbeißen, was sich vor seinen Augen und vor seiner Nase befindet. Nichts wird verschont, die eigentlich kühl-berechnende Ratio des Tieres weicht einer gnadenlosen Emotion.

Die Wut richtet sich auf das Auto

Sicherlich würden sich viele Betroffene durch das Tier nicht weiter stören lassen – wäre nicht das Risiko zu befürchten, der unliebsame Gast könnte Kabel, Schläuche und andere wichtige Bestandteile des Fahrzeugs demolieren. Doch warum gelten die Autos eigentlich als bevorzugtes Angriffsobjekt des Marders? Der Grund dafür liegt in der Wärme des Motorraums, die gerade im Winter einen wichtigen Rückzugsort im Überlebenskampf vieler Nager darstellt. Im Gegensatz zum Haus kann der Zugang zu den meisten Garagen für kleinere Arten relativ leicht hergestellt werden, das Liegen auf der Motorhaube oder das Einnisten im Motorraum wird also gerne genutzt. Pendelt der Wagen, so könnten übrigens Gerüche anderer Tiere daran haften, die vom hiesigen Marder wiederum wahrgenommen werden. Auch dadurch fühlt sich der sensible Genosse in seinem Umfeld bedroht und setzt zu Beißattacken an – ist kein Gegner vor Ort, wird eben das nächstbeste Kabel als Feind betrachtet.

 

Der Bissschaden als Wirtschaftsfaktor

Wozu der Marder fähig ist, lässt sich meist erst in der Gesamtbetrachtung erkennen. Dann also, wenn vom Einzelfall auf ähnliche Vorkommnisse in ganz Deutschland geblickt wird. Rund 250.000 Bissschäden werden pro Jahr registriert – wie hoch die Dunkelziffer ausfällt, lässt sich lediglich vermuten. Klar ist aber, dass alleine die der Versicherung gemeldeten Defekte ein wirtschaftliches Volumen im Bereich mehrerer Millionen Euro umfassen. Zwar wird eine schnelle und unkomplizierte Regulierung häufig zugesichert, doch verlangen einige Anbieter, dass in jedem Haus und an jedem Auto bestimmte Vorkehrungen zum Schutz gegen den Marder angebracht werden. Auch aus Sicht der Betroffenen stellt sich diese Möglichkeit als sinnvoll ein, lassen sich mit wenigen Handgriffen doch zahlreiche Unannehmlichkeiten und Gefahren beseitigen. Dem Wohle aller Beteiligten ist also gedient.

Die Jagd ist verboten

Wie aber darf den kleinen Räubern eigentlich genau nachgestellt werden? Grundsätzlich gilt: Das Vertreiben des Marders ist erlaubt – seine Jagd hingegen ist für die meisten Bürger nicht möglich. Lässt sich der ungebetene Gast nicht verscheuchen, so sollte auf keinen Fall versucht werden, Giftköder aufzustellen oder das Tier anderweitig zu töten. Hier greift der Artenschutz, wonach der Marder bestenfalls gefangen und in der Wildnis ausgesetzt werden dürfte. Auch diese Maßnahme darf in einigen Landkreisen aber ausnahmslos durch Personen erfüllt werden, die einen Jagdschein besitzen. Da sich der örtlich zuständige Jäger sowie der Förster jedoch um derart geringe Aufgaben nur selten bemühen, sollte der Kammerjäger gerufen werden. Er findet die Nester, fahndet nach Nahrungsquellen und häufig begangenen Wegen – und kann auf dieser Basis den Säuger einfangen, um ihn im Wald oder auf dem Feld in die Freiheit zu entlassen.

Kenntnis als Basis des Erfolges

Nicht alleine der Kammerjäger muss aber genau wissen, wie und vor allem wo der Marder lebt. Hausbewohner sollten sich daher über einige Tage hinweg auf die Suche begeben und die Verhaltensweisen sowie die neuralgischen Punkte des Aufenthalts sowie der Passwege zu finden. Von diesen weicht der Nager nämlich nur selten einmal ab, da ihm jede größere Umstellung missfällt. Betroffene Personen können das auf diese Weise erlangte Wissen nunmehr nutzen, um Abwehrmaßnahmen, Hindernisse oder sogar Fallen – die von Bundesland zu Bundesland hinsichtlich der Zulassung unterschiedlich gewertet werden – aufzustellen. Mitunter gelingt es auch, das Nest des Räubers zu erkennen und den Zugang zu ihm zu verschließen. Damit wäre der Marder eines wichtigen Rückzugsortes entledigt. Dieses Vorgehen kann häufig bereits genügen, um den sensiblen Gast zu beleidigen und ihn zum Verlassen des Hauses oder der Garage zu bewegen. 

Gerüche dienen dem Marderschutz

Der Marder lebt und handelt sehr geruchsorientiert. Er markiert seine Wege und wichtigen Stellen der Nahrungssuche. Werden diese durch den Hausbewohner aber mit einem Deospray oder einem milden Spülmittel beseitigt, werden viele instinktiv aufgesuchte Orte durch den Nager nicht mehr gefunden. In einem weiteren Schritt kann zur Vertreibung des Gastes ähnlich agiert werden. Befinden sich Haustiere in der Wohnung, so lassen sich kleinere Fellbüschel der Katze oder des Hundes sowie eine Feder des Kanarienvogels sehr gut nutzen, um sie an den neuralgischen Punkten des Streckennetzes auszulegen. Der Marder wird diese Duftnoten wahrnehmen und sich in Vermutung der vermeintlich anwesenden Feinde eine neue Bleibe suchen. Es lassen sich im Handel zwar speziell präparierte Mittel und Gerüche zur Abwehr solcher Arten finden. Doch ist der häufig teure Erwerb vielfach nicht nötig. Mit Hausmitteln und Artikeln zum kosmetischen Gebrauch stellt sich zumeist ebenso der Erfolg ein.

Der Schutz am Auto, das größte Problem vieler Betroffener wird aber nicht alleine in der Anwesenheit oder den nächtlichen Geräuschen gesehen. Der Marder hat sich leider den Ruf erworben, Fahrzeuge und deren wichtige Bauteile zu zerstören. Wer diese Gefahr umgehen möchte, muss sich etwas Besonderes einfallen lassen. Hierbei hilft es aber bereits, ein Gittergeflecht oder Drahtrollen unter das Fahrzeug zu legen, um auf diese Weise den Zugang von unten in den Motorraum zu versperren. Hierbei sollte auf kleine Maschen des metallenen Schutzes geachtet werden. Durch sie darf das Tier nicht hindurchschlüpfen können. Doch Vorsicht, der Einsatz von Stacheldraht oder anderen zur Verletzung und Tötung kleinerer Arten fähigen Materialien ist nicht zulässig. Hier können durch den Arten- und den Jagdschutz empfindliche Strafen drohen. Es gilt, den Besucher lediglich zu vertreiben, statt ihn gänzlich unschädlich zu machen.

Der Marder mag keinen Krach

So sehr uns der pelzige Geselle in der Nacht auch mit seinen lautstarken Geräuschen belästigt, so wenig gefallen ihm diese selber. Speziell in der Garage kann in den akuten Phasen des Befalls also auch das Autoradio genutzt werden, um das sensible Gehör und damit das Nervenkostüm des Tieres zu stören. Eine weitere Möglichkeit liegt in der Nutzung von elektrischen Hilfsmitteln. Diese sind vielfach mit einer Schallschranke versehen und reagieren auf kleinste Bewegungen, die der Nager ausführt. Werden solche registriert, entfachen die Geräte akustische Töne oder verwenden sogar Lichtsignale, um dem Eindringling einen gehörigen Schrecken einzujagen. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich natürlich allgemein und sollte daher nicht alleine auf die Garage beschränkt sein. Mit ein wenig Krawall und einer empfindlichen Duftkulisse dürfte sich jeder Marder vertreiben lassen – sein gutes Gedächtnis sorgt zudem dafür, dass er allzu schnell nicht zurückkommen wird.

Allgemeine Tipps

Vielfach ist es also nicht nötig, hartnäckige Wege zur Abwehr einzuschlagen. Es gilt lediglich, das Wohlbefinden des Tieres zu beeinträchtigen und ihm den Aufenthalt so gut wie möglich zu verderben. Der Betroffene sollte bei allen Maßnahmen aber auch auf den eigenen Schutz achten. Der direkte Kontakt mit dem Marder ist zu vermeiden, da Bissverletzungen schmerzhaft sind und vielfach zu Entzündungen führen. Zumindest das Tragen von Schutzhandschuhen wird daher empfohlen. Ebenso ist im Haus, der Garage sowie auf dem Grundstück für Ordnung zu sorgen. Jedes Chaos und der sich daraus ergebende Unterschlupf ziehen den Marder magisch an. Sauberkeit vertreibt ihn jedoch. Darüber hinaus muss je nach Bundesland geschaut werden, ob der Einsatz von Fallen zum Fangen des Räubers zulässig ist. Können diese genutzt werden, eignen sich stark riechende Köder wie Obst, Eier oder Käse, um den Gast anzulocken und ihn anschließend in die Freiheit zu entlassen. Denn so possierlich der Fellträger auch sein mag, kein Hausbewohner muss seine Anwesenheit dulden.